Statusreport Österreich
Employee Experience 2021

geschäftiges Büro

 

In Vorbereitung auf den Employee Experience Summit 2021 in Wien am 5. Oktober 2021 wurde erneut eine Statuserhebung zu Employee Experience in Österreich durchgeführt. Diese Umfrage dient als Referenzwert zu Employee Experience und stellt die einzige derartige allgemeine Erhebung zu diesem Thema in Österreich dar. Im Vergleich zu letztem Jahr konnte die Qualität der Studie deutlich verbessert werden, was insbesondere an der Zusammensetzung der Stichprobe liegt. Mehr dazu unter Statistik.

Gesamtnote ein knappes "Gut"

 

Das Gesamtergebnis unter den Befragten liegt heuer insgesamt betrachtet eine Spur schlechter als 2020 - die Employee Experience erhält von den Befragten einen durchschnittlichen Gesamtscore von 4,75. Damit  bleibt das Ergebnis knapp unter dem Score von letztem Jahr - würde aber "aufgerundet" wieder 5 ergeben, was in der Skala von 1 (schlecht) bis 7 (herausragend) gerade noch ein Gut bedeutet.

Insgesamt wurden in der Bewertung der 17 Fragen zu Employee Experience kumuliert 80,70 von 119,5 möglichen Punkten vergeben. Für das Ergebnis werden die Fragen in den verschiedenen Dimensionen unterschiedlich stark gewichtet, um die Bedeutung einzelner Elemente entsprechend richtig einzuordnen. 

Betrachtet man einzelne Alterskohorten etwas genauer, dann ergeben sich etwas abweichende Ergebnisse. Drei Gruppen wurden entsprechend der gängigen Unterteilung auch detaillierter betrachtet:

  • die sog. Generation Y (Jahrgang 1980 - 2000) bewertet ihre Employee Experience mit einem Gesamtscore von 79,93

  • die sog. Generation x (Jahrgang 1965 - 1979) vergibt insgesamt einen Gesamtscore von 81,89 für ihre Employee Experience

  • die sog. Baby-Boomer (Jahrgang 1965 und älter) haben ihre Erlebnisse und Erfahrungen im Arbeitsalltag mit insgesamt 84,10 von 119,5 möglichen Punkten beurteilt.

Büro
Drei Dimensionen

 

In der im Herbst 2021 durchgeführten Erhebung wurde Employee Experience in den drei bekannten Dimensionen "physischer Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen", "Kultur" und "Tools & Technologie" untersucht und bewertet. Diese Dreiteilung von Erlebnissen und Erfahrungen von Menschen in ihrem Arbeitsalltag mit der dazugehörigen Fragestellung vermittelt einen guten Eindruck, welche Experience angeboten wird.

Insgesamt 17 Fragen beschäftigen sich mit den Elementen, die die Employee Experience maßgeblich beeinflussen und durch die eine Einschätzung hinsichtlich möglicher Verbesserungspotenziale geboten wird. Die Angaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden auf der Skala von 1 (trifft überhaupt nicht zu) und 5 (trifft voll und ganz zu) gemacht. Anschließend wurden die Ergebnisse gewichtet, da erfahrungsgemäß die Dimension "Kultur" etwas wichtiger ist und als bedeutender gewertet wird als die anderen beiden Dimensionen. Daraus ergeben sich anschließend die etwas höheren Werte sowie die Gesamtzahl des möglichen Scorings.

Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen

 

In der Dimension "Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen" liegt bei insgesamt vier Fragen ​der Maximalscore von 26 Punkten. In der aktuellen Umfrage werden bei den vier Fragen 17,44 Punkte vergeben, was einem Durchschnittswert von 4,36 (von 6,5) entspricht. Es fällt insbesondere auf, dass die Frage nach flexiblen Arbeitsoptionen und die Förderung der Autonomie der Mitarbeitenden am schlechtesten bewertet wird, nämlich 4,02. Gerade durch die Learnings aus der Pandemie und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten überrascht das Ergebnis auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick wird aber klar, dass aufgrund der Zusammensetzung der Stichprobe hier natürlich auch vermehrt Menschen gefragt wurden, die nicht die Möglichkeit haben außerhalb des Standorts der zB Produktion arbeiten zu können.

Das beste Einzelergebnis der Fragen liegt bei 4,49 für die verschiedenen angebotenen Bereiche für Arbeit in den Unternehmen - sprich es stehen unterschiedliche Funktionsbereiche zur Verfügungn für unterschiedliche Tätigkeiten (Meetingräume, Relaxzonen, Kaffeezonen, etc.) - das bewerten die Teilnehmenden deutlich besser. Das Angebot in den Offices und Produktionsstätten ist guter Durchschnitt - klar ist noch Platz für Verbesserung - aber im Vergleich zur Flexibilität ist der Wert doch um einiges besser.

Generationenvergleich

Auch hier gibt es leichte Abweichungen im Vergleich der drei Generationen, aus denen sich aktuell im überwiegenden Ausmaß die Workforce in den Unternehmen zusammensetzt. 

  • die Generation Y beurteilt Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen mit 17,34

  • die Generation X bewertet diese Dimension mit insgesamt 17,85

  • die Babyboomer haben 17,64 Punkte für die "physischen Umstände" von Employee Experienge gegeben.

Die Ergebnisse in der Generationenbetrachtung sind zwar relativ knapp beisammen, und dennoch lässt sich erkennen, dass die jüngere Generation ihre Experience insgesamt etwas schlechter bewertet als die älteren Generationen.

Kultur

 

Die zweite Dimension der Employee Experience, die mit insgesamt 10 Fragen beurteilt wird, und gleichzeitig mit einer etwas höheren Gewichtung bewertet wird, erreicht in der Erhebung 2021 insgesamt 49,62 von 70 möglichen Scorerpunkte. Damit liegt das Ergebnis um 0,42 Punkte besser als letztes Jahr - damals war der Gesamtscore für die kulturelle Dimension von Employee Experience 49,20.

Als bestes beurteilen die Befragten die Frage nach dem "Gefühl Teil eines Teams zu sein" - mit 5,37 ist dieser Wert sowohl in der Dimension als auch in der Gesamtbefragung die höchste Bewertung. Im Jahr 2020 lag der Wert bei 5,33.

Dicht gefolgt wird die "Teamfrage" von der Beurteilung der Befragten "nach einem Sinn in ihrer Tätigkeit" mit 5,33. Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass diese "Sinn in der Tätigkeit"-Frage etwas verloren hat. 2020 lag der Wert bei 5,42.

Die Frage mit dem niedrigsten Scoring zur Dimension "Kultur" ist - wie auch im letzten Jahr - jene nach der Qualität der Vorgesetzten und Führungskräfte als Coaches und Mentoren. Zwar gibt es hier eine minimale Steigerung, aber der Gesamtwert liegt dennoch nur bei 4,45. Gerade aber Vorgesetzte und Führungskräfte sind als "Facilitators" von Employee Experience besonders wichtig, wenn es um das tägliche Erlebnis im Job geht. Hier besteht ganz offensichtlich Optimierungsbedarf. (Führungskräfte, die noch besser werden wollen - Methodenhinweis: Pimp my Boss - Leadership by Design Thinking)

Ebenfalls relativ niedrig beurteilt wird die Frage nach dem Investement von Unternehmen in die physische und psychische Gesundheit und das Wellbeing der Mitarbeitenden. Insgesamt erreicht der Score dazu 4,56.

Generationenvergleich:

In der Betrachtung der unterschiedlichen Generationen stellt sich das Bild wie folgt dar:

  • die Generation Y beurteilt die kulturelle Dimension mit insgesamt 49,08

  • die Generation X bewertet die Fragen zur Kultur mit 50,09

  • die Babyboomer vergeben für die kulturelle Employee Experience 52,44

Auch bei der kulturellen Dimension zeigt sich die tendenziell schlechtere Bewertung durch die jüngere Generation im Verhältnis der Älteren. Die Babyboomer beurteilen sogar deutlich besser als die anderen beiden Gruppen.

Kaffeepause mit Freunden
Technologie & Tools

 

Die dritte Dimension der Employee Experience ist die technologische bzw. digitale Dimension. Hier geht es um Tools, Technologie, Software, Hardware - alles was wir täglich nutzen, um unseren Job machen zu können. Diese Dinge begleiten uns jeden Tag und erleichtern oder erschweren einen Job. Alles in allem wird die technologische Dimension mit 13,46 von 19,5 möglichen Punkten bewertet. Das ist doch deutlich weniger als vergangenes Jahr - und das obwohl gefühlt in den letzten 12 Monaten doch einiges an Fortschritt spürbar schien. 2020 lag die Bewertung noch bei 14,84 Punkten.

Eine Erklärung könnte sein, dass sich bei gewissen Dingen (wie zB Videokonferenzen) eine Art "Abnützungserscheinung" eingestellt hat - im Detail müsste das genauer ergründet werden.

Die Ergebnisse der Einzelfragen liegen relativ knapp beisammen - am besten bewertet wurde mit 4,65 (von 6,5) die Frage, ob eingesetzte Technologie (Software, Hardware, etc.) allen gleichberechtigt zur Verfügung steht. 

Generationenvergleich:

Zur technologischen/digitalen Dimension stellen sich die Unterschiede zwischen den Generationen wie folgt dar:

  • die Generation Y bewertet im Vergleich auch diese Dimension am niedrigsten mit insgesamt 13,50 Punkten

  • die Generation X beurteilt Tools und Technologie mit 13,94 - und dementsprechend auch wieder am zweitbesten im Vergleich der Generationen

  • die Babyboomer geben auch für diese Dimension die Bestnote mit insgesamt 14,02 aus 19,5 möglichen Scorings

Sozio-demografische Daten

2021 haben insgesamt 513 Personen an der Statuserhebung zu Employee Experience in Österreich teilgenommen, 47 % waren Frauen, 52,6 % Männer, 0,3 % wollten keine Angaben machen.

Besonders stark vertreten - mit 64,2 % sind Angehörige der Generation Y - also die Altersgruppe der zwischen 1980 und 2000 geborenen Personen.

Die Generation X, Menschen mit Jahrgang 1965 bis 1979, ist zu 22,3 % in der Stichprobe vertreten.

Die Babyboomer, Menschen vor 1964 geboren, machen 7,3 % der Befragten aus.

Die Befragten 2021 gaben an, zu 14 % Führungskräfte zu sein - das ist eine Berichtigung in der Stichprobe der befragten Personen im Vergleich zu 2020. Damals wurden fast 45 % Führungskräfte befragt.

Zusätzlich zu den 14 % Führungskräften umfasste die Gruppe der Befragten 64 % Vollzeit-Mitarbeitende und 20,7% Teilzeit-Mitarbeitende.

Auch hinsichtlich der Funktionen der Befragten in ihren Unternehmen gab es eine deutliche Optimierung der Stichprobe. 2021 waren die häufigsten Funktionsangaben (1) Produktion 15,8 %, (2) IT 13,6 %, (3) Customer Service 7,3 % und (4) Sales 6,1%.

Im Vergleich dazu war die Gruppe von Personen mit einer Tätigkeit in HR im Jahr 2020 klar die stärkste Gruppe mit 39 %. 

Bezüglich der regionalen Herkunft konnte ebenfalls eine Optimierung erzielt werden. Zwar gibt es nach wie vor eine relativ starke Gruppe von Teilnehmenden aus Wien - mit knapp über 30 %. Im Verhältnis zu letztem Jahr (2020: 62%) konnte hier die Zahl aber halbiert werden. Auf den Plätzen folgen Oberösterreich 19 %, die Steiermark 14 % und Niederösterreich knapp 12 %, sowie die weiteren Bundesländer.

Eigener Status?

Wenn wir eines immer besser verstehen, dann, dass die aktive Gestaltung von Employee Experience kein "nice to have" HR Projekt ist, sondern ein echter Business Imperativ, der ein wichtiges strategisches Handlungsfeld für die Zukunft darstellt. Employee Experience ist entscheidend wenn es die Bindung von Mitarbeitern geht, wenn es um die echte Attraktivität als Arbeitgeber geht, wenn es um bessere Customer Experience geht, wenn es um effektive Innovation geht und wenn es um ein besseres Wohlergehen inklusive bessere Gesundheit der Menschen in einem Unternehmen geht. Plus: bessere Employee Experience sorgt am Ende auch noch für mehr wirtschaftliche Performance.

Daher ist es jedenfalls empfehlenswert Employee Experience nicht länger de m Zufall zu überlassen, sondern mit einer aktiven Gestaltung zu beginnen. Die Basis für ein besseres Grundverständnis der Ausgangslage sowie eine Setzung entsprechender Prioritäten für die Gestaltung von Employee Experience, ist ein Check des eigenen Status quo.

Employee Experience Champions

Wir haben im Rahmen des Employee Experience Sumit heuer den Award für Employee Experience Champions ins Leben gerufen, um Unternehmen auszuzeichnen, die ihren Mitarbeitenden beste Experience anbieten.

Im Paket erhalten Sie:

  • einen Employee Experience Check

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